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Beizjagd
& Kulturgut
Der
Hohenstauferkaiser Friedrich II. (1194 - 1250) hat der
Falknerei in Europa zu entscheidendem Aufschwung verholfen.
In seinem um- fangreichen Werk "De arte venandi cum
avibus (Über die Kunst, mit Vögeln zu jagen)" von
1220 faßte er den Wissensstand der da- maligen Zeit nebst
eigener Beobachtungen zusammen. Sein Schrift- zeugnis
hat die Zeiten überdauert. Zusammenhänge wurden und werden
in der Natur miterlebt und nachvollzogen. Die Thrazier
beizten mit Falken bereits um 75 vor unserer Zeitrechnung.
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Nach Europa kam die Beizjagd wahrscheinlich mit den Hunnen
im 4. Jahrhundert n. u. Zt. Die Römer führten die Falknerei
um 480 ein. In Europa übten zunächst in erster Linie Adlige
die Beizjagd aus; sie ver-reitete sich jedoch schnell
auch unter kirchlichen Würdenträgern. Um 800 erließ Karl
der Große ein Gesetz, welches die Jagd mit Falken, Habichten
und Sperbern regelte. Die Kaiser- und Königshöfe beschäftigten
oft viele Falkner, und so mancher herrschaftliche Oberfalkner
wurde ob seiner Verdienste um die Falknerei in den Adelsstand
erhoben. Viele Herrscher erließen strenge Gesetze zum
Schutz von Greifvögeln. So verhängte Eduard III. von England
die Todesstrafe für den Diebstahl eines Habichts, aber
auch in Island stand bis 1752 auf die Tötung eines Falken
die Todesstrafe.
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Die
Ursprünge der Falknerei liegen sehr wahrscheinlich in
Asien, wie frühe Bild- und Schriftzeugnisse belegen. Einen
sicheren Beweis für die Existenz dieser faszinierenden
Jagd mit Greifvögeln birgt etwa ein assyrisches Rollsiegel
aus dem 13. Jahrhundert v. u. Zt oder ein Relief, welches
auf 722 bis 705 v. u. Zt. datiert wird. Auch in Indien
wurden schon um 400 v. u. Zt. Falken abgetragen. 3600
Jahre alte Reliefs, auf denen Falkner dargestellt sind,
wurden in den Ruinen von Chorsabad gefunden. Sie beweisen
die Ausübung dieser interessanten Jagd im alten Babylonien.
In China war die Falknerei sogar schon im Jahr 2205 v.
u. Zt. bekannt. Auch in Persien, der Mongolei, Kirgisien
und Baschkirien war sie nachweislich beliebt und ist es
teilweise bis zum heutigen Tag.
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Bis
zum 9. Jahrhundert n. u. Zt. wurde die Falknerei in ganz
West- europa und im sächsischen England betrieben. Bis
zur französischen Revolution spielte sie eine wechselnde,
oft glanzvolle Rolle, um dann auf dem europäischen Kontinent
fast auszusterben. Sie hielt sich in größerem Umfang nur
noch in England. 1923 wurde sie in Deutsch- land mit der
Gründung des Deutschen Falkenordens (DFO) neu belebt.
Dieser
ist der größte Verband in der Bundesrepublik Deutschland
und nach Paragraph 29 Bundesnaturschutzgesetz als Naturschutzverband
anerkannt sowie dem Deutschen Jagdverband angeschlossen.
Der DFO ist heute der weltweit älteste Falknerverband,
da der britannische Old Hawking Club aufgelöst und später
neu gegründet wurde. Falknereiverbände entstanden in den
letzten Jahren auch zunehmend in anderen europäischen
Ländern.
Das Kulturgut Falknerei verfügt jedoch nicht nur über
die älteste Tradition, sondern ist auch die schonendste
und natürlichste aller denkbaren Jagdarten. Die Technik
der Beizjagd hat sich im Lauf der Jahrtausende kaum verändert
und wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern. Nicht
menschliche, sondern biologische Gründe und Voraussetzungen
bestimmen den Ablauf einer Beizjagd. Diese Gesetzmäßigkeiten
erkannt zu haben, ist die eigentliche kulturelle Leistung
der Falkner. |
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